Dachdämmung oder Dachisolierung

Einblasdämmung auch für die Dachdämmung

Warum ist es überhaupt so wichtig, besonders das Dach zu dämmen und damit dem Wärmeverlust im Haus entgegenzuwirken?

Flachdach: Einblasdämm-Möglichkeiten bei Flachdächern oder flach geneigten Dächern:

In Norddeutschland gibt es viele verschiedene Arten von Flachdachkonstruktionen. Während auf oder an sogenannten Gründerzeithäusern (ca.1880 bis ca.1920) flach geneigte Tragwerkskonstruktionen hergestellt wurden, die häufig große Hohlräume haben, die man in der Regel sehr gut einblasdämmen kann, haben die Gebäude mit Flachdachkonstruktionen aus den 1960er Jahren nur kleine Hohlräume, die durch fehlende Tragwerkshöhe und/oder vorhandene Dämmstoffe (weiße Glaswolle d=max.4cm) das Dämmen mittels Einblasen erschweren.

Im Einzelnen:

Bis ca. 1930 sind häufig horizontale Ebenen unter Dachschrägen entstanden, mittels Brettern oder Latten wurden die mit Stroh-und Kalk verputzten Decken an die Dachsparren angehängt. Diese Leichtbaukonstruktionen sind häufig überhaupt nicht gedämmt, manchmal findet man Torf, der in der Zeit hin-und wieder als Schüttdämmstoff verwendet wurde. Durch die für uns komfortablen Höhen ist es gut möglich solche Ebenen mit Dämmstoff zu verfüllen und Faserdämmstoffe aus Zellulose, Glas-oder Steinwolle einzublasen in einer Dämmschichtdicke von ca. 30cm. Einblasöffnungen werden geschaffen über das punktuelle Öffnen der Dachhaut, die nach der Verfüllung des jeweiligen Dämmstoffs wieder fachgerecht verschlossen werden.

 

Ab ca. 1950 wurden wenig Flachdächer gebaut, die Ausnahmen entsprechen der voran gegangen beschriebenen Konstruktion. In den Nachkriegsjahren ging in erster Linie darum, schnell viel Wohnraum zu schaffen, extravagante Konstruktionen wie Flachdächer sind allein schon wegen der damals wenig erhältlichen Flachdach-Abdichtungsmaterialien wie gesagt selten gebaut worden.

 

Ab ca. 1960 beginnt eine Zeit bis in die 1970er Jahre, in der alte Bauformen gerne abgelöst wurden durch damals sogenannte moderne Konstruktionen. Dazu gehörten in den Wänden große Fensterflächen und darüber Flachdächer in Leichtbau- und Massivbau-Konstruktionen.

Häufig erhalten wir Anfragen zur nachträglichen Dämmung im Einblasverfahren dieser Flachdachkonstruktionen in Leichtbauart. Leider können wir in den seltensten Fällen weiterhelfen weil die Hohlschichten in diesen Flachdachkonstruktionen eine zu geringe Höhe haben um nachträglich Dämmstoff einzublasen.

Eine häufig vorkommende Konstruktion hat folgenden Aufbau: Die Flachdachabdichtung besteht in den meisten Fällen aus beschiefertem Bitumen, manchmal finden wir auch Kunststoffabdichtungen vor. Darunter ist immer eine Hartschale aus Nut-und Federbrettern in einer Stärke von ca. 2,4cm.             Dann kommt der Hohlraum, der bestimmt ist durch die Holzbalkentragwerkskonstruktion (Deckenbalken), die durch ihre Höhe die mögliche Dämmschichtdicke vorgibt. In diesem Hohlraum liegt häufig schon eine dünne, lückenhaft verlegte Dämmmatte aus Glas-oder Steinwolle, meistens mit schwarzem Papier gesteppt auf einer Seite in einer Stärke von ca. 4cm, manchmal mehr, manchmal weniger. Die Deckenbalken haben dabei eine Höhe von ca. 20 cm sodass theoretisch ein verbleibender Hohlraum von ca. 16cm nachträglich dämmbar ist. Unter der Tragwerksbalkenkonstruktion ist meist eine Decke aus Gipsplatten oder Holzpaneele. Diese Art, eine Dachkonstruktion herzustellen, nennt man Kaltdach. Das bedeutet, dass oberhalb der vorhandenen Dämmschicht (d=ca.4cm) Luft zirkulieren kann um anfallendes Kondensat, was zwangsläufig entsteht im Übergang Wärme zur Kälte, abzuführen. Dafür finden wir sogenannte Kondenslüfter, die wie „Pilze“ auf dem Flachdach verteilt sind. Wenn keine Lüfter auf dem Dach sind, findet der Kondenswasserabtransport über Schlitze (in einer Breite von ca. 2cm) die im Dachüberstand an der Wand oder an den Rändern erkennbar sind.

 

Wenn aber nun nachträglich Dämmstoff eingeblasen wird über die Dachrandverkleidung oder Einblasöffnungen auf dem Dach, muss die Ebene der  Kaltdachbelüftung, die ca. 4cm betragen sollte, erhalten bleiben. Das heißt der Einblasdämmtechniker muss versuchen, eine gleichmäßig verteilte Dämmschicht einzublasen. Wenn Sie aufmerksam gelesen haben, wissen Sie, dass nur noch ca. 12cm Hohlraum verbleiben (Holzbalken=20cm – vorh. Dämmschicht=4cm – Belüftungsschicht=4cm >> 12cm). Das gleichmäßige Einblasen einer horizontalen Dämmschicht in einer Stärke von ca. 12cm ist technisch sehr schwierig.

Das Risiko, die Belüftungsschicht oberhalb der Dämmung zu erhalten, wird beeinträchtigt durch die Gefahr, punktuell beim Einblasen den gesamten Hohlraum zu verfüllen und somit die Kaltdachbelüftung zu unterbrechen. Aus diesem Grund werden von uns solche Konstruktionen nur gedämmt wenn die Einblasdämmhöhe deutlich höher ist und der Tragwerksbalken eine Höhe von ca. 30cm hat, was bei Häusern vorkommt, die Raumtiefen von über 5m haben, die mit Holz nur gebaut werden können wenn Holzgitterträger o.ä. eingesetzt wurden.

 

Es gibt aber eine Möglichkeit, wie man auch Flachdachkonstruktionen dämmen kann mit geringer Tragwerksbalkenhöhe. Dazu muss Decken unterseitig eine sogenannte Dampfbremstapete aufgeklebt werden. Das bedeutet, dass raumseitig entsprechend Tapezierarbeiten ausgeführt werden müssen, was eigentlich nur geht, wenn ein Bewohnerwechsel ansteht und der Wohnraum neu gestaltet wird. Das Einsetzen von Dampfbremstapeten setzt Fachkenntnisse voraus weil die Dampfbremstapete Flanken überdeckend auch auf die Innen-und Außenwände geklebt werden muss um sog. Konvektionsschäden zu vermeiden. Genauere Hinweise dazu erhalten Sie, wenn Sie uns fragen.

 

Bei Wohnanlagen, Gewerbebauten oder Mehrfamilienhäusern kann es sein, dass in den 1960er bis in die 1990er Jahre eine Massivbau-Konstruktion gebaut wurde, die sich unter dem Flachdach befindet. Das heißt, so wie in allen Zwischendecken wurde bei der obersten Geschossdecke wurde Beton verwendet. Auf dieser Stahlbetondecke (meistens Ortbeton d=12-15cm) ist dann ein Tragwerk aus Holz, Stahl oder Stahlbetonbalken hergestellt, worüber die Flachdachabdichtung auf Nut-und Federbrettern (selten aus dünnen Betonplatten d=ca.5cm) liegt. Manchmal sind diese Flachdachhohlräume mit dünnen Dämmschichten lückenhaft gedämmt. Weil die horizontale Ebene unter dem Flachdach aus Beton in einer Schichtdicke von mindestens 12cm liegt, muss kein Konvektionschutzskonzept erarbeitet werden. Anders als bei Leichtbaudecken hat eine Betondecke eine ausreichende Dampfbremswirkung, die Kondenswasserschäden verhindert. In der Regel gibt es ausreichend Hohlraum um Dämmstoff einzublasen. Manchmal kommt es aber vor, dass eine sehr flach gebaute Tragwerkskonstruktion über der Decke aus Beton errichtet wurde. Hier haben wir an den tiefsten Stellen unter 5cm Hohlraum und an den höchsten Stellen bis zu 20cm. Es ist zwar möglich, solche Konstruktionen zu im Einblasverfahren zu dämmen, es ist aber ein hoher Lohnaufwand zu erwarten um Einblasöffnungen zu schaffen.

Aufgrund der vielen Konstruktionsarten von Flachdächern kann man zur Art der Konstruktion keine Pauschalaussagen machen. Ein bekannter Hochbaustatiker sagte einmal: Das Flachdach ist das komplizierteste Bauteil! Dementsprechend berücksichtigen wir alle Besonderheiten einer Flachdach- Konstruktion und dämmen nur dann im Einblasverfahren, wenn wir baupysikalische Sicherheit gewährleisten können!

Egal, was Sie für ein Flachdach haben, die genaue Untersuchung durch uns ergibt evtl. die Möglichkeit, eine Einblasdämmung auszuführen. Dazu nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf.

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Dämmung in Hamburg

Man weiß, dass der Wärmeverlust über schlecht und nicht gedämmte Dächer ca. 40% beträgt.

 

Verglichen mit anderen Bereichen, z.B. Fenstern (ca. 15%), Wänden (ca. 35%) und Keller (ca. 6%) ist das Risiko der Energie- und Heizkostenverschwendung über das Dach damit am größten.

Wir beraten Sie dazu, ob auch im Bereich Ihres Hausdaches eine Wärmedämmung im Einblasverfahren ein sinnvoller und effektiver Weg ist:

Besonders bei Flachdächern und auch bei Schrägdächern ist das häufig der Fall.